Die malaysische Fotografin reiste im Dezember 2023 nach Peru. Es war ihre erste Reise nach Südamerika. Die hier gezeigten Bilder entstanden während einer sechstägigen Reise durch das Land, in Cusco, Rio Sagrado und tief in den Anden. In unserem Interview erklärt die Fotografin ihren Ansatz bei der Arbeit. Sie spricht über das Konzept des Genius Loci, das sie inspiriert, den Fokus, der sie durch das Land trieb, und die klimatischen Herausforderungen, denen sie sich stellen musste.

Wie finden Sie im Allgemeinen Ihre Themen?
Meine Inspiration stammt hauptsächlich vom Konzept des Genius Loci, einer ursprünglich mit Schutzgeistern verbundenen antiken römischen Idee, die nun die einzigartige Atmosphäre eines Ortes symbolisiert. Ich bin fasziniert davon, wie verschiedene Elemente – physische Räume, materielle Artefakte und menschliche Ausdrucksformen – zusammen die greifbare Essenz eines Ortes bilden, seinen Genius Loci.

Was ist der Fokus Ihres Stils?
Während meine Motive in der Tradition verwurzelt sind, sind meine Techniken entschieden modern. Ich arbeite fast ausschließlich mit digitalen Kameras und fortschrittlichen Nachbearbeitungsmethoden. Dieser Ansatz ermöglicht mir ein beispiellos hohes Maß an Präzision in allen Bereichen – von der Komposition und Farbgebung bis hin zur allgemeinen Bearbeitung –, was eine deutliche Abkehr von traditionellen analogen Methoden darstellt. Diese Verschmelzung aus alten Themen und moderner Technologie macht meinen einzigartigen Stil aus.

Inwiefern unterscheidet sich Peru von Ihren vorherigen Projekten? Was war in diesem Fall besonders?
Peru war für mich eine völlig neue Welt, da es meine erste Reise nach Südamerika war. Ich war schon lange von Peru fasziniert, daher war diese Reise etwas wirklich Besonderes. Normalerweise konzentriere ich mich auf Architektur und Landschaften, aber in Peru habe ich mich mehr auf Porträts und Straßenfotografie eingelassen. Was mich sehr anzog, waren die lebendigen Farben der traditionellen Kleidung der Einheimischen. Dies ist ein erfrischender Kontrast zu Europa, wo die Mode eher modern und in gedeckten Tönen gehalten ist. Die Verschiebung meines Fokus‘ machte das Peru-Projekt im Vergleich zu meinen bisherigen Arbeiten besonders.

Wie kamen Sie auf die Idee für diese Reise und dieses Thema?
Die Idee für meine Reise nach Peru begann eigentlich mit dem Auftrag eines Kunden. Ich wollte schon immer nach Peru reisen, aber durch die Pandemie wurden meine Pläne für lange Zeit auf Eis gelegt. Als sich nun diese Gelegenheit bot, war es, als würde ein Traum wahr werden. Dabei ging es mir nicht nur darum, ein Reiseziel auf meiner Wunschliste abzuhaken, sondern es war eine Gelegenheit, tief in die Kultur des Landes einzutauchen und ihre Essenz durch meine Linse einzufangen.

Was hat Sie bei der Dokumentation des Alltagslebens in Peru am meisten beeindruckt?
Als ich das Leben in Peru dokumentierte, beeindruckte mich die tiefe Verbundenheit der Menschen mit der Natur sehr. Als Stadtbewohnerin fielen mir ihr Respekt und das Verständnis für die natürliche Welt besonders auf. Es war inspirierend und ehrlich gesagt sehr erfrischend. Im städtischen Leben verliert man diese Verbindung leicht, aber in Peru ist die Natur Teil von allem, was die Menschen tun.

Haben Sie nach dieser Erfahrung das Thema Natur weiter erforscht?
Die Zeit, die ich mit den Menschen in Peru verbracht habe, hat mein Interesse geweckt, diese Harmonie mit der Natur weiter zu erkunden. Ich möchte mehr darüber erfahren und versuchen, einige dieser Prinzipien in mein eigenes Leben zu integrieren. Diese ganze Erfahrung hat mir deutlich vor Augen geführt, wie wichtig es ist, mit der Umwelt um uns herum in Verbindung zu bleiben. Dieses Thema werde ich sowohl persönlich als auch in meiner fotografischen Arbeit auf jeden Fall weiter erforschen.

Wie sind Sie mit den Menschen in Peru in Kontakt getreten? War es für Sie schwierig, eine Verbindung herzustellen?
Die Menschen in Peru waren unglaublich gastfreundlich und warmherzig, was den Kontakt zu ihnen sehr einfach machte. Durch meinen Kunden hatte ich das Privileg, die Gemeinschaft der Rawanqui auf dem Land in Cusco zu besuchen. Dieser Besuch war eine der bewegendsten Erfahrungen, die ich in Peru gemacht habe. Sie begrüßten uns mit wunderschönen Blumensträußen, Blütenregen und traditioneller Live-Musik. Wir halfen sogar ein bisschen bei der Ernte und genossen anschließend Gerichte, die aus diesen angebauten Bio-Produkten zubereitet waren. Die Großzügigkeit und Wärme dieser Gemeinschaft haben mein Herz tief berührt. Es ist eine Erinnerung, die ich noch lange in Ehren halten werde.

Sie haben die Leica Q2 und die Leica SL2 mit Vario-Elmarit-SL 24-90 f/2.8-4 Asph verwendet. Was hat Ihnen an den Kameras gefallen?
Ich verwendete die Leica Q2 sehr gerne für intime Porträts. Ihre unaufdringliche Größe und die Kombination aus geringer Schärfentiefe mit einem breiteren Bildausschnitt geben einem das Gefühl, ganz direkt bei den Personen zu sein. Andererseits gefällt mir die Zoomfunktion des Vario-Elmarit-SL 24-90 f/2.8-4 Asph. Damit kann ich Motive aus größerer Entfernung in größeren Räumen einfangen, ohne die Ungezwungenheit des Augenblicks zu stören. Außerdem bin ich ein großer Fan davon, wie die Bilder bei 75mm und 90mm komprimiert werden. Die Vielseitigkeit, die ich durch diesen Zoombereich erreiche, hilft mir maßgeblich, ein visuell vielfältiges und ansprechendes Werk zu schaffen.

Bitte erzählen Sie uns von den Wetterbedingungen in Peru, die ziemlich herausfordernd sein können. Wie haben sich die Kameras geschlagen?
In Peru variierte das Wetter ebenso dramatisch wie die Landschaften. Während meines Aufenthalts bewegte ich mich innerhalb weniger Tage von den feuchten tropischen Regenwäldern in die nebelverhangenen Hochlandregionen und dann in die trockenen Wüsten. Meine Kameras, die Q2 und SL2, haben diese unterschiedlichen Bedingungen hervorragend gemeistert. Ob Luftfeuchtigkeit, Nebel oder trockene Wüstenluft – die Kameras lieferten durchweg gute Ergebnisse, was sich auch in der Qualität der Fotos zeigt. Diese Zuverlässigkeit in verschiedenen Klimazonen stärkte nicht nur mein Vertrauen, sondern ermöglichte mir auch, mich unabhängig vom Wetter voll und ganz auf die Aufnahmen der Szenen um mich herum zu konzentrieren.

Geboren 1993 in Johor Bahru, Malaysia, einer Stadt direkt an der Grenze zu Singapur, ist Alixe Lay eine Autodidaktin. Bevor sie sich der Fotografie zuwandte, erwarb sie einen Doktortitel in Psychologie. Dieses tiefe Interesse an menschlichem Verhalten und Psychologie spielt in ihrer Fotografie weiterhin eine große Rolle. Im Jahr 2022 hatte sie eine Ausstellung bei Photoville mit dem Titel Liminal Spaces. Erfahren Sie mehr über ihre Fotografie auf ihrer Webseite und ihrem Instagram-Kanal.

Leica SL2

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