Die Schweizer Leica Zentrale erlebt derzeit einen bemerkenswerten Wandel. Die Werkstatt wird modernisiert und auf den allerneuesten Stand gebracht. Diese Veränderungen versprechen nicht nur eine höhere Effizienz und schnelle Reparaturen, sondern auch einen erstklassigen Service. Denn die Schweiz ist eines der wenigen Länder, in welchen Leica Camera eine eigene Werkstätte betreibt.
Die Modernisierung der Werkstatt bringt die Einführung neuer Maschinen sowie Schulungen für das Serviceteam. Es ist eine Herausforderung für alle Beteiligten, auch für den langjährigen Servicetechniker Elias Hämmerli: «Die Werkstatt wird völlig umgebaut und es stehen zahlreiche Schulungen auf dem Programm. Aber diese Neuerungen sind sehr spannend und ich freue mich darauf, mit den neuen Geräten zu arbeiten. Der Schlüssel liegt darin, einen einwandfreien und raschen Service garantieren zu können und gleichzeitig die Qualität zu steigern.» Die Investitionen und Veränderungen welche momentan getätigt werden, sollen denn auch dazu führen, dass Leica Schweiz auch in Zukunft einen Top-Service in kurzer Zeit anbieten kann.
Eine moderne Leica-Werkstatt
Die Geschäftsführerin von Leica Schweiz, Gülten Rath, bekräftigt diese Absicht und betont, dass die momentanen Veränderungen die Grundlage für einen herausragenden Service legen: «In einem Jahr werden wir Reparaturen durchführen, die alle Qualitätsansprüche erfüllt und lokal mit direkten Ansprechpersonen durchgeführt werden kann.» Im Moment legt man den Grundstein dazu. Mit der Installation und Inbetriebnahme von hochpräzisen Anlagen, Prüfstationen und Messinstrumenten der neuesten Generation, die den höchsten Standards entsprechen. Dazu gehört auch, dass Elias Hämmerli und Nils Hügli in der Werkstatt ESD-Konforme Arbeitskleidung trägt – sie leiten elektrostatische Ladung ab. Nichts darf und soll die minutiöse und punktgenaue Reparatur von Leica-Kameras und -Objektiven beeinträchtigen.
Nach einer ersten Phase des Umbaus werden verschiedene Neuerungen in Betrieb genommen. Dazu gehört die Einführung einer MTF-Anlage, die es ermöglicht, auch neuere asphärische Leica M-Objektive zu prüfen. Sie misst die optische Lichtbrechung im Linsensystem, um eine präzise Abbildungsleistung der Objektive sicherzustellen. Darüber hinaus wird eine LED-Box verwendet, um den Weissabgleich des Kamera-Sensors zu kalibrieren, was zu einer natürlichen Farbwiedergabe im Bild führt. Das neue Kurveneinstellgerät wird eingesetzt, um die Entfernungsmesserkurve der Kamera mit dem Objektiv abzustimmen. Und schliesslich schafft die Flow-Box eine partikelfreie Arbeitsumgebung für das Arbeiten an geöffneten Kameras, indem sie eine effiziente Luftzirkulation und ein Filtersystem bereitstellt. Es sind dies die ersten Schritte, um in Zukunft in Nidau neue Massstäbe in Sachen Servicequalität und Kundenbetreuung setzen zu können.
Die Übergangsphase
Derzeit müssen die meisten defekten Leica-Kameras und -Objektive wegen des Umbaus von der Schweiz an die Werkstätte im Mutterhaus in Wetzlar, Deutschland geschickt werden. Sie werden zunächst im Servicecenter in Nidau geprüft und dann nach Wetzlar versandt. Je nach Kamera oder Objektiv können die Reparaturzeiten dort mehrere Monate dauern. In dieser Zeit sollen vor allem Leica-Profis sowie Garantiefälle nach Möglichkeit eine Alternative zur Verfügung haben. «Wir suchen nach Lösungen, damit möglichst niemand auf eine Leica-Kamera verzichten muss. Wir können zwar nichts versprechen, tun aber unser absolut Bestes, dass möglichst viele weiterhin fotografieren können», betont Gülten Rath.
Sie empfiehlt momentan allen, die einen kleinen Defekt an ihrer Kamera oder dem Objektiv haben, aber trotzdem noch fotografieren können, mit dem Einschicken der defekten Geräte zu warten. Während dieser Übergangsphase muss für die Reparatur von defekten Kameras ein bisschen Geduld und Verständnis aufgebracht werden. Dafür kann man danach von einer der modernsten Leica-Werkstätten überhaupt profitieren.
Comments (0)