Als einer der ersten durfte der Aarauer Fotograf und Biochemiker Peter Eckard die neue Leica M EV1 noch vor ihrer Lancierung testen. Auf dem Jungfraujoch entdeckte er dabei eine neue Freiheit des Sehens – mit einer Kamera, die Tradition und Moderne auf unverwechselbare Weise verbindet. Eine Auswahl seiner Bilder zeigt er ab dem 23. Oktober 2025 im Leica Store Basel.
Erste Begegnung mit der Leica M EV1 – «sie ist noch immer eine M»
Wenn Peter Eckard über die neue Leica M EV1 spricht, leuchten seine Augen. «Super – sie ist noch immer eine M. Alles hat sofort funktioniert. Ich hatte das Gefühl: Sowas will ich.» Die M EV1 ist die erste Leica M mit integriertem elektronischem Sucher (EV). Ein Novum, das Tradition und Moderne vereint – und gleichzeitig eine kleine Revolution bedeutet. Der elektronische Sucher erlaubt es, das Bild so zu sehen, wie es später entsteht, inklusive Belichtungsparameter, Histogramm und Farbe/Schwarzweiss.
«Ich wechsle oft zwischen Farbe und Schwarzweiss», sagt Peter. «Und ich finde es genial, wenn ich das schon im Sucher sehe. Das verändert die Wahrnehmung – du komponierst bewusster, weil du das Resultat im Moment spürst.» Trotz des Wechsels bleibt das Leica-Gefühl erhalten: das schlichte Design, die wenigen Knöpfe, die haptische Klarheit. «Auch wenn sie kein klassisches Sucherfenster mehr hat – sie bleibt eine M. Sie liegt gut in der Hand, ist kompakt und unauffällig, reduziert, präzise, ehrlich.»
Neue Möglichkeiten mit «alten» Objektiven
Der elektronische Sucher der M EV1 macht erstmals möglich, alle M-Objektive ohne Einschränkung zu nutzen – auch jene, die mit dem klassischen Messsucher schwieriger zu fokussieren waren. «Als ich das 90er-Objektiv neu hatte, konnte ich es anfangs bei offener Blende kaum scharf stellen. Jetzt funktioniert es perfekt. Das erweitert das Spektrum enorm.» Selbst das 135er Tele, das APO 35er im Makrobereich oder extreme Weitwinkel unter 28 mm lassen sich nun präzise einsetzen.
«Früher hat man mit dem mechanischem Messsucher einfach Grenzen gehabt. Bei offener Blende und langen Brennweiten musste man viel üben. Jetzt sehe ich die Schärfe direkt – und die Vergrösserung des Sucherbilds per Knopfdruck macht das Fokussieren noch einfacher. Das ist schon ein grosser Gewinn.» Auch die klassische M-Charakteristik bleibt bestehen: mechanisch, minimalistisch, mit der Möglichkeit, Funktionstasten individuell zu belegen. «Es ist alles wie gehabt – nur einfacher, präziser, flexibler. Und die Bedienung wie immer intuitiv, auch ohne Handbuch, da es dieses für mich noch nicht gab», lacht Peter.
Auf dem Jungfraujoch – Licht, Schnee und tausend Bilder
Für das Testprojekt zog es den Aarauer Fotografen hoch hinaus: auf das Jungfraujoch, 3’454 Meter über dem Meer. Zwischen Sonnenlicht, Gletschern und Touristenmassen probierte er die M EV1 auf Herz und Nieren. «Beim ersten Mal war das Fokussieren ungewohnt – mit dem EV-Sucher musste ich mich erst einfinden. Beim zweiten Mal lief’s schon sehr gut. Es ist einfach eine andere Art des Fotografierens.»
Er schoss rund tausend Bilder mit der M EV1 – eine ungewohnte Menge für ihn. «Es ist so viel Betrieb auf dem Berg, unterwegs in der Bahn, so viele spannende Motive, Menschen und Momente. Aber ich war überrascht, wie schnell ich in den Flow kam. Diese Kamera fordert dich, aber sie gibt dir auch viel zurück.» Die Serie zeigt Menschen zwischen Eis und Himmel, überwältigende Natur, ruhige Momente im Trubel, klare Linien im blendenden Licht.
«Ich fotografiere am liebsten Situationen. Gegensätze – das mag ich. Und da oben gab’s viele davon.» Gemeinsam mit dem Team des Leica Store Basel wählte Peter Eckard seine Favoriten für die Ausstellung aus. «Natürlich schmerzt es manchmal ein kleines bisschen, wenn man einige Bilder nicht zeigen kann. Aber die Auswahl ist sehr stimmig und passt perfekt. Sie erzählt von diesem Erlebnis – und von der Kamera.»
Vom Biochemiker zum Fotografen
Peter Eckard kam über Umwege zur Fotografie. Der promovierte Biochemiker fotografierte schon als Schüler und blieb der Fotografie treu. «Am Anfang waren es Urlaubsfotos mit der Spiegelreflex. Später kam die erste Leica R7 – das war in den frühen 90ern. Mechanik, Präzision, Haptik – das hat mich sofort fasziniert.» Die Leica wurde für ihn zu einem Begleiter durchs Leben.
«Ich hatte immer Spass an mechanischen Dingen», sagt der gebürtige Deutsche. «Irgendwann wollte ich einfach Leica – vielleicht, weil sie handwerklich gemacht ist, wie ein gutes Werkzeug, qualitativ sehr hochwertig ist und erst noch in meiner früheren Heimat hergestellt wird.» Heute fotografiert Peter mit mehreren Systemen: M6, M11, SL3, Q3 – und bald der neuen M EV1. «Ja, ich will die EV1. Sie ist die logische Weiterentwicklung – eine M mit erweiterten Möglichkeiten. Das M-Gefühl bleibt, aber man sieht einfach mehr.»
Ausstellung im Leica Store Basel – Tradition trifft Zukunft
Am 23. Oktober 2025 feiert die Leica M EV1 ihre offizielle Lancierung – begleitet von Peter Eckards Ausstellung im Leica Store Basel. Die gezeigten Bilder vom Jungfraujoch markieren den Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Zukunft. «Es hat unglaublich Spass gemacht. Die Kamera, die Momente, das Licht – alles hat gepasst. Ich musste zwar anfangs viel üben, aber genau das ist ja Leica: Übung, Hingabe, Freude.»
Mit der Leica M EV1 öffnet sich das ikonische M-System einer neuen Generation von Fotografen. Sie bleibt, was sie immer war – reduziert, direkt, ehrlich – und erweitert das Erlebnis um eine Dimension: das korrekte Sehen, bevor das Bild entsteht. Oder wie Peter Eckard sagt: «Messsucher oder EV – am Ende zählt, was man sieht und fühlt. Und dass man Freude am Fotografieren hat. Das ist für mich Leica.“

Peter Eckard
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